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Die österreichische Krankenkasse (ÖGK) ist gezwungen zu sparen. Dazu gehören auch Einstellungen im Verwaltungssektor sowie die Implementierung eines elektronischen Abwicklungsverfahrens für CT- und MRT-Bildgebung, wie es von Andreas Huss, dem Vizechef des Präsidiums, während einer Pressekonferenz der Gesundheitsinitiative Praevenire erwähnt wurde. Huss erwartet, dass diese Änderung schon in diesem Jahr eingeführt werden kann. Bei einem Treffen mit den Gesundheitspolitikern der regierenden Parteien wurden Forderungen nach besseren Leitlinien für Patientenmanagement und Modernisierung des Finanzsystems formuliert.

Die Ärztinnen und Ärzte der ÖGK nutzen das neue Zuweisungssystem zur Bereitstellung einer elektroonischen medizinischen Anamnese samt Verdachtsdiagnose und den vorliegenden Unterlagen des Patients. Danach wird festgestellt, welches Untersuchungsverfahren zu dieser Beschwerde passt. Wie Huss beim Treffen am Mittwoch erklärt hat, erhält der Patient idealerweise in nächster Zeit einen Termin in einem nahegelegenen radiologischen Institut oder es wird ihm dort direkt ein Termin gebucht.

Zuallererst ist auch die Dringlichkeit zu beachten, zum Beispiel sollten Patienten mit Verdachtsdiagnosen auf Krebs bevorzugt behandelt werden. Ein simples Wieder einführen einer Chefärzte-gestützten Freigabepflicht für CTs und MRTs – wie dies die „Salzburger Nachrichten“ am Mittwoch erwähnt haben – wird es nicht geben. Ähnlich sieht Huss die Frage einer solchen Freigabepflicht im Bereich der Physiotherapie. Für das Jahr 2025 rechnet die ÖGK mit einem Defizit von über 900 Millionen Euro vor.

Finanzliche Herausforderungen als Antrieb für Reformen

Fiona Fiedler von Neos betonte, im Gesundheitssystem ließe sich Geld durch Digitalkonzepte und Reduzierung büрокratieverfahren sammeln – gut 4 Milliarden Euro innerhalb von fünf Jahren seien damit möglich. Rudolf Silvan vom SPÖ hält dagegen an einem Risikogleichgewicht unter Versorgungsorganisationen fest; insbesondere Arbeitnehmer bei der Österreichischen Gewerkschaftskasse leideten häufiger oder verletzten sich leichter. Zudem warnte er vor Anpassungen am Beitragsniveau älterer Menschen mit Renteneintritt. Ex-ÖVP-Sprecher Josef Smolle sieht jedoch eine positive Seite in diesen wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Systems: Sie treiben dazu an, endlich fundierte Veränderungen umzusetzen.

Diskutiert wurde bei der Pressekonferenz vor allem über die Zukunft des österreichischen Gesundheitssystems im Allgemeinen. Dieses sei herausragend, sagte Praevenire-Präsident Hans Jörg Schelling, einst Chef des Sozialversicherungs-Hauptverbands und ÖVP-Finanzminister, eingangs. Allerdings sei es auch "hoch ineffizient" und habe ein Finanzierungsproblem. Ziel seiner Organisation sei es, alle Stakeholder an einen Tisch zu holen. Große Einigkeit herrschte zwischen der Plattform, den Gesundheitssprechern der Regierungsparteien und der ÖGK dann bei den Ansätzen, die es im Gesundheitssystem in Zukunft brauche - nämlich Patientenlenkung, Digitalisierung, Prävention und die Finanzierung aus einem Topf bzw. einer Hand.

Patientenlenkung durch 1450 und "Dr. ÖGK"

Wenn in Österreich nicht "jeder Hobbysportler, den es im Knie zwickt", eine MR-Untersuchung anstreben würde, dann würden auch schneller Termine frei werden, meinte Smolle. Die Patientenlenkung werde künftig über die Hotline 1450 passieren, die österreichweit einheitlich ausgebaut werde. Mehr Gesundheitskompetenz will ÖGK-Obmann Peter McDonald etwa durch "Dr. ÖGK statt Dr. Google" schaffen - Menschen sollen sich niederschwellig informieren können, ab wann ein Arztbesuch notwendig ist. Wie er in einer Videobotschaft erklärte, will er außerdem ein telemedizinisches Service ermöglichen, mit dem man innerhalb von 30 Minuten einen Arzt am Telefon habe, um ein Problem zu besprechen. Die telemedizinische Praxis, die über 1450 angesteuert werden könne, solle den Patienten dann durch das Gesundheitssystem leiten, sagte Huss.

Befunde sollen durch ELGA besser ausgetauscht werden, sagte Silvan, die Patientinnen und Patienten sollen nicht mehr mit Röntgenbildern herumlaufen müssen. Verbesserungsbedarf sieht Fiedler im Schulbereich - sie will für mehr Gesundheitskompetenz bei Pädagoginnen und Pädagogen sorgen, aber auch multiprofessionelle Teams an den Schulen installieren. So seien etwa Psychotherapeutinnen und -therapeuten an Schulen vonnöten. Zudem setze die Regierung Expertengruppen ein, die die Finanzierung des Gesundheitssystems überarbeiten sollen.

(APA)

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