Sonstiges. Die Künstlerinnen und Künstler verkaufen ihre Werke nicht nur ausgiebig, sondern bieten zudem einen Blick auf die Bandbreite ihrer Gestaltungsmethoden an.
Im Kreismuseum grassiert der Osterbegeisterungswall. Genau genommen handelt es sich dabei um ein Ostereier-Fieber. Am kommenden Samstag werden nämlich 26 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland sowie den angrenzenden Ländern ihre Talente im Bereich des feinen Handwerks zum Thema Ostereien entfalten. "Es verspricht wunderbar zu sein", erläutert die stellvertretende Museumsdirektorin Verena Rangol enthusiastisch. "Wir sind wirklich begeistert von diesem bevorstehenden Wochenende - die Stimmung ist jedes Mal besonders."
Zum 39. Mal ladet das Museum diese Tage zur traditionellen Oster-Eiershow ein, bei der interessierte Teilnehmer tiefgründige Einblicke in die Vielfalt von Herstellungsverfahren erhalten. Die präsentierten Ostereier illustrieren eine faszinierend breite Palette an Designs – einschließlich Wachsbatik, Kritz-Techniken, Gravierung, Perforierung, Seidensatin-Bordüren sowie Applikationen aus Glasperlen. Solche Verfahren benötigen sehr viel Feinfühligkeit, Ausdauer und Können, so Rangol. Besucher haben hierbei sogar Gelegenheit, dem künstlerischen Schaffen über die Schulter zusehen und hautnah miterleben zu dürfen, wie unter sicherer Hand sorgfältig in einen hohlen Ei gebohrt oder feine Sticktätowierungen angebracht werden, ohne dass deren fragile Oberfläche beschädigt wird.
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Dieses Jahr hat das Kreismuseum drei neue Künstler eingestellt. Elke Meininger aus Rheinland-Pfalz verwendet beispielsweise eine besondere Quilttechnik, um zerbrechliche Eier mit einem decorativen Stickmuster zu versehen. Auch Ursula Treutler nimmt erstmals an dem Projekt teil; ihre Methode besteht darin, komplizierte Gravierungen in das delicate Material einzuritzt. "Es ist wichtig für uns", erklärt Rangol, "dass alle verwendeten Eier natürliche sind - sei es von Wachteln oder Straußeien." Das Museum antwortet damit auch auf den wachsenden Bedarf an leeren Eiern, wie Rangol bemerkt: In den letzten Jahren habe diese Nachfrage kontinuierlich zugenommen. So könnten die Besucherinnen und Besucher die beim Oster-Eier-Markt erlebten Eindrücke nutzen und eigene kreative Projekte entwickeln. Ein weiterer Beitrag dazu kommt von Alois Lehnert aus Ingolstadt, der unverfärbte, naturnative Sammel- und leere Eier unterschiedlicher Größe und Gestalt zur Verfügung stellt.
Auch wenn du bereits den Oster-Eiersuchen in Zons besucht hast, wäre der Besuch sicherlich wieder lohnenswert. Du wirst alte Bekannte und populäre Klassiker sehen. Ein Highlight, das mittlerweile jedes Jahr zu Recht sehr geschätzt wird, ist beispielsweise die detaillierte Aquarell-Malerei des Kaninchens von Bettina Wächter aus Schleswig-Holstein. Die zarten Motive ihrer Bilder erzählen kurze Geschichten über kaninchenartige Kinder und machen auf eine bekannte „Klassen-Schule“ der Häschen aufmerksam. Diese kleinen Erzählungen werden zusätzlich durch blumengleiche und tierisch geprägte Elemente bereichert.
„Helmut Meister ist der Langzeitmitglied in diesem Team“, erklärt Verena Rangol. Stammend aus Großniedesheim im rheinländisch-pfälzischen Raum, ist Meister dafür berühmt, ostereier mit winzig kleinen japanischen Glasperlen geschmückt zu haben. Seine Werke zeichnen sich durch bis zu 40.000 Perlen je Ei sowie geometrische Muster aus, welche manchmal afrikas Fellschnörkel nachahmen, was ihm beeindruckende miniaturisierte Kunstobjekte einbringt, die auch auf globalen Oster-EierschaufenSTER präsentiert werden.
Sculptural und fast anmutend erscheinen die Ei-Kunstwerke von Angelika Schledz. Diese Ingenieurin für Maschinenbau, geboren in Eitorf im Rhein-Sieg-Kreis, hat sich auf die delikate Bearbeitung der Schale von Vogeleiern konzentriert. Sie verwendet ein Hochgeschwindigkeits-Handstück, ähnlich wie einen zarten Zahnbachirurginstrument, um durch Diamantspitzen feine Mustereinschnitte in verschiedene Arten von Vogeleiern – sei es von Hühnern, Gänse, Truthähnen, Emuen oder Straußen – zu gestalten.
Darüber hinaus laden das Museum erneut alle Schöpferischen und Neugierigen dazu ein, sich dem eigenen kreativen Versuch anzunehmen. Beflügelt durch die Eindrücke und angereichert durch die präsentierten Techniken haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene die Möglichkeit, unter der Leitung von Künstlerinnen und Künstlern zusammen mit einer Museumspädagogin kostenlose Osterhasen-Eier nach eigenem Gusto und Belieben zu gestalten.
(sf ssc)
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