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Hazel Brugger (31) hat bereits viel Erfahrung mit dem Lol-Hobby gesammelt: Diese Comedy-Künstlerin und Mutter von zwei Kindern nimmt erneut am vierten Mal an der Amazon-Show "Last One Laughing" teil (ab dem 17. April als Stream verfügbar). Derjenige, der nicht lacht, gewinnt das Spiel. Für die Schauspielerin ist dies alles andere als leicht, da sie normalerweise dafür bekannt ist, anderen Menschen Humor zu vermitteln – wie z.B. in ihrer aktuellen Bühnenshow "Immer noch wach". Letztes Jahr unterhielt sich Brugger auch mit der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel über ihre Memoiren, und im Mai wird die deutsch-schweizerische Künstlerin den Eurovision Song Contest (ESC) in Basel als Moderatorin ihres Heimatlands vertreten.

Hazel Brugger, Sie haben bereits viel Erfahrung im LOL. Gibt es einen Punkt, an dem es für Sie leichter wird?

Auf jeden Fall erschwert sich hierbei das Gespräch über die Methodik, da ich mir bereits frage: Was lerne ich tatsächlich daraus und wie viel davon ließe sich im Voraus planen? Ich betrachte dies etwas wie eine Sportart. Vielleicht verbessert man seine Leistung beim dritten Auftritt bei einer Fußball-Weltmeisterschaft, doch es gibt zahlreiche Variablen. Das Team ändert sich jedes Mal, jede Situation ist verschieden, und Bully denkt stets an neue Wege, um uns zu quälen. Man kann sich nie vollständig darauf vorbereiten – was auch zur Anziehungskraft dieser Show beiträgt. Mich nehme ich jedoch heute weniger ernst als jemals zuvor.

Welches Mitglied des aktuellen Casts ist Ihrer Meinung nach der wahre Konkurrent?

Ich muss diese Situation von zwei verschiedenen Perspektiven sehen. In professioneller Hinsicht bewundere ich Ralf Schmitz unglaublich, da er außergewöhnlich flink und zäh ist. Es ist schon etwas Besonderes, souverän zu bleiben, doch es ist wirklich beeindruckenswert, dies über einen Zeitraum von sechs Stunden hinweg aufrechtzuerhalten, ohne an Geschmeidigkeit einzubüßen. Auf der persönlicheren Seite bin ich mit Till Reiners und Lutz van der Horst gut befreundet. Manchmal neige ich dazu, den Moment zu genießen und vergesse fast, dass wir von insgesamt 40 Kameramännern filmgedeckt werden, wodurch mir ein falsches Gefühl von Sicherheit entsteht.

Selbst wenn es herausfordernd sein mag, sich darauf vorzubereiten: Probieren Sie ab und an zu Hause zusammen mit Ihrem Partner und den Kindern das Üben des Nie-lachens aus?

Im Umkehrschluss bemühe ich mich, so viel wie möglich zuvor zu lachen, um all dies loszuwerden (lacht). Möglicherweise ist diese Strategie nicht die beste. Ich sollte vielleicht ernsthaft einmal versuchen, nicht zu lachen, doch ich will meiner Familie bei diesen Art von psychologischen Spielchen keinen Kummer bereiten.

Falls Ihre Kinder ihr Talent für Komödie von Ihnen erhalten haben, könnte dies ebenfalls zu einer herausfordernden Aufgabe führen...

Ich habe absolut keine Chancen gegen meine Kinder. Beide sind einfach unglaublich. Einerseits das Baby, das aufgrund seines Alters unwiderstehlich charmant ist, und andererseits die Ältere, die ebenfalls sehr lebhaft ist.

Außerdem wächst dort bereits eine neue Generation von Comedians auf?

Ich hoffe das, du bist mein Ticket raus aus dieser Situation (lacht).

Inwiefern hat das Erscheinen des zweiten Kindes wiederum Ihr Leben als Comedian beeinflusst?

Sobald du in der Unterzahl bist, fühlst du dich einfach wie jemand, der nichts wert ist. Wenn einem irgendetwas in den Kopf steigt, braucht man sich darüber keine großen Sorgen zu machen, besonders wenn man zwei Kinder hat.

Sie bringen Ihre Kinder somit zur Welt?

Genau, falls das Aufschlagen auf dem Boden ebenfalls als "erden" betrachtet wird, dann definitiv ja. Meine Tochter lernt derzeit das Radfahren und dafür muss ich ihr ständig folgen und sie entweder festhalten oder so tun, als würde ich das machen, um zu verhindern, dass sie vor lauter Angst hinfallen – obwohl sie das eigentlich gar nicht mehr nötig hat. Ich bin dabei schon einige Male ziemlich heftig gestolpert.

Hat das Mütterdasein ihren Sinn für Humor verändert?

Ja, absolut. Diese Art von Komödie ist einfach großartig, da sie zeigt, wie wichtig es ist, Menschen zu verstehen, damit man sie wahrhaftig humorvoll darstellen kann. Je tiefer unser eigenes Verständnis ist, desto mehr können wir andere erkennen. Besonders mit Kindern haben, entwickelt man nicht nur eine tiefere Einsicht in die Rolle der Eltern – sowohl eigene als auch fremde – sondern gewinnt zudem einen besseren Überblick über den menschlichen Charakter im Allgemeinen, indem man beobachtet, wie dieses Wesen entstaltet wird.

Etwa ein Jahr nach der Geburt Ihres erstgeborenen Kindes haben Sie sich aus dem Grund eine Auszeit genommen, dass Sie total ausgepowert waren und die Aufgabe, als Mutter rund um den Uhrzeiger unterwegs zu sein, besonders belastend war. Wie sieht es nun bei Ihnen ab, wenn man bedenkt, dass Sie mittlerweile zwei Kinder haben?

Meiner Meinung nach bin ich ein Stück weitergekommen bei der Frage, wie ich die Touren verkürzen könnte, sodass die Abschnitte kürzer ausfallen. Ehrlich gesagt weiß ich aber immer noch nicht so recht Bescheid. Irgendwie funktioniert das Ganze jedenfalls, es bereitet Freude und ab und zu schließen sich mir auch die Kleinen an. Solange alle fit sind, läuft alles glatt; sobald einer erkrankt ist, stellt dies eine Herausforderung dar.

Eines der Highlights des vergangenen Jahres war dasInterview mit Angela Merkel. Welches Element bietet ihr dabei die größten Möglichkeiten für Komik?

Ihr Potential liegt darin, dass Sie Angela Merkel sind. Ein Staatschef, der über Komödie verfügt, war uns bisher unbekannt. Mit Zelenskyj gibt es nun einen Comedian, der den Staat leitet. Dies wurde als erstaunlich normal angesehen. Ich persönlich finde die Vorstellung abenteuerlicher, zuerst ein Land zu regieren und danach Comedy-Spiele durchzuführen. Das wäre Merkels Markenzeichen, ihre eigene Besonderheit.

Ist Angela Merkel witzig?

Angela Merkel ist tatsächlich erstaunlich witzig. Viele sehen sie als die trockenste und düsterste Person überhaupt an, aber ihr humorvoller Zugang stammt aus ihrer Fähigkeit, tief einzutauchen in verschiedenste Lebenssituationen und menschliche Erfahrungen. Ihr scharfer Verstand gepaart mit ihrem Mitgefühl ermöglicht es ihr, eine Vielzahl von Personen zu erkennen und nachzuvollziehen. Diese umfassende Kenntnis hilft ihr dabei, situationsgerecht und amüsant auf unterschiedlichste Themen zurechtzuwinken. DerHumormeister hinter diesem Phänomen liegt darin begraben, wie sie diese vielfältigen Eindrücke meistert und damit andere zum Lachen bringt.

Merkel beim LOL, das würde ja bedeuten ...

Ich denke, das würde allen gefallen – abgesehen von Merkel (lacht).

Braucht man nicht alsPolitikerin oder Politiker einen Hauch von Humor im Amt?

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass jeder Mensch einen Sinn für Humor besitzen sollte, da dies ansonsten auf eine mangelnde Anpassungsfähigkeit hindeutet.

Humorvoll zu beschreiben ist Friedrich Merz nur schwer möglich. Egal, was man von ihm halten mag, eines steht fest: Er ist nicht komisch.

Hazel Brugger, Komikerin

Wie stellen Sie sich den zukünftigen Bundeskanzler vor?

Komischerweise ist Humor bei Friedrich Merz Mangelware. Egal, was man von ihm denkt, eines steht fest: humorvoll ist er nicht.

Daher muss er sich darum noch verbessern?

Vielleicht ist es keine prioritäre Baustelle. Er sollte sich ruhig mit anderen Angelegenheiten beschäftigen.

Wenn Olaf Scholz nun ein Buch über seine Zeit als Kanzler verfassen und Sie ihn dazu befragen würden, würden Sie ihm dann ein Interview geben?

Oh nein (lacht), eigentlich möchte ich lieber meine eigenen Dinge tun. Aber sehen wir mal, darauf fällt mir spontan eine Antwort ein.

War es also hauptsächlich eine einzelne Reise in die Politikwelt?

Nicht ganz, aber momentan genieße ich einfach den Moment der Erholung. Natürlich ist da schon eine große Differenz, wenn man sich mit Angela Merkel über die vergangenen 30 oder sogar 35 Jahre unterhält, viele dieser Zeiten verbrachte sie im Amt der Bundeskanzlerin. Dies liegt außerhalb meines Hauptfachgebietes. Ich hatte durchaus Spass daran und bin auch der Meinung, dass es sinnvoll war, jedoch bevorziehe ich es eher, belustigt zuzusehen, wie andere Scherze machen, besonders dann, wenn das Lachen untersagt ist, statt selbst Bundesminister*innen zu befragen.

Man könnte meinen, dass nach einem Merkel-Interview nichts mehr kommen würde. Doch die nächste Überraschung ist bereits geplant: Dieses Jahr wird sie als Moderatorin beim Eurovision Song Contest in der Schweiz fungieren.

Klar, das ist supercool. Nun bin ich endlich dran zu beweisen, dass ich Englisches sprechen kann. Lassen wir sehen, ob Herr Gerber, der frühere Lehrer für Englisch, mit mir zufrieden sein wird.

Denken Sie, dass er zusieht und Ihnen eine Bewertung gibt?

Außerdem sollte er alles unter ausgezeichnet halten und die sprachlichen Aspekte für sich behalten.

Das ist wirklich beeindruckend. Manchmal denke ich zurück an meine Kindheit und stelle mir vor, wie es wäre, wenn ich damals all das gewusst hätte – vielleicht würde ich danach nie wieder schlafen wollen.

Hazel Brugger bezüglich ihrer Moderation beim Eurovision Song Contest

Auf was genau bereiten Sie sich für den ESC vor? Es handelt sich hierbei um etwas völlig anderes im Vergleich zu einem eigenen Comedy-Programm.

Es ist deutlich komplexer aufgrund der Technik. Einerseits arbeite ich nicht allein, sondern zusammen mit zwei großartigen Kolleginnen. Andererseits handelt es sich um eine Livestreaming-Sendung mit zahlreichen Kameraeinstellungen, die während des Auftritts gewechselt werden. Hier ist es entscheidend, genau im richtigen Moment an der richtigen Stelle zu sein. Bei meiner Comedy-Show ist dies anders; dort hat alles seinen eigenen Flow und ich kann mich vollkommen darauf einlassen. Die Unabhängigkeit, an die ich gewöhnt bin, muss hier teilweise eingeschränkt werden, doch dafür erlebe ich den unglaublichen Genuss einer riesigen Produktion, über deren Größe mir kaum jemand glauben würde, wenn ich ihm davon berichte.

Haben Sie zu Beginn keine Sekunde daran geglaubt?

Genau, das ist wirklich unglaublich. Manchmal stelle ich mir vor, wie ich als Kind gedacht hätte: Wüsste ich damals all dies, würde ich wahrscheinlich die ganze Nacht wach bleiben.

Deutschland hat in den letzten Jahren leider nicht sonderlich gut abgeschnitten.

Dafür habe ich überhaupt keine Meinung, schließlich handle ich beruflich als Moderatorin. Wir müssen uns bis zum 17. Mai gedulden oder sogar bis spät in der Nacht des 18. Mai. Jetzt muss ich bereits daran arbeiten, länger aufzubleiben. Falls jedoch 170 Millionen Zuschauer dabei sind, könnte ich mich eventuell zügeln. Vielleicht werde ich an diesem Tag erst abends um 10 Uhr einen Kaffee trinken. Oder ich gebe mir wirklich viel Mühe und tue etwas Besonderes.

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