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Wer bei einem Fußballspiel auf der Aschenplatzanlage des traditionsreichen Moeser Vereins SV Schwafheim dabei ist, hat sofort das Gefühl, in die Sechziger- oder Siebzigerjahre versetzt worden zu sein. Damals erhielt jeder Spieler rasch Schürfwunden am Knie oder Ellbogen durch harte Aufschläge auf aschige Partikel. Auch heute kann es an der Altdorfer Straße leider immer noch dazu kommen. Im März 2021 wurde jedoch angekündigt, dass Fördermittel im Umfang von etwa 1,4 Mio. Euro sowohl vom Bund als auch von der Stadt zur Verfügung gestellt werden sollen, um solche Verletzungen beim Spielen zu verhindern. Allerdings gab es seitdem kaum Fortschritte – abgesehen vielleicht von einer ersten Planungsphase, welche der SVS initiierte.

SV Schwafheim: Im Sommer herrscht massive Staubschwere, während imWinter die Pfützen dominieren.

Dieses Problem bereitet nicht nur Holger Kleinekort Sorgen, der seit 2011 der erste Vorsitzende des Vereins Grüne Weiße ist. Die Bewohner in der Umgebung erleiden ebenfalls die unangenehmen Nebenerscheinungen dieser Situation, besonders wenn trockener Wind Aschestaub von Fußballfeldern über ihre Gärten und Balkone verteilt. "Zu Zeiten mit viel Sonnenschein handelt es sich um staubige Verhältnisse, während im kalten Wetter Pfützen das Training beeinträchtigen", erklärt der Leiter aus Schwaffhausen. Er fährt fort: "Wir haben uns bisher geduldet, aber allmählich müssen wir Verbesserungen sehen."

Es scheint, dass die alten Leistungsträger des Bundesverbands und der Liga momentan Schwierigkeiten durchzustehen haben. "Wir stoßen an unsere Grenzen beim Anwerben guter Spieler für die Erstmannschaft", erklärt Holger Kleinekort. "Obwohl wir eine starke Jugendarbeit betreiben, können wir uns gegen andere Vereine leider nicht messen. Die Umstände verstehe ich auch hinsichtlich der staubenden Auswirkungen unserer Nähe zum Industriegebiet während der schöneren Monate." Hinzufügt wird das Problem einer fehlerhaften Bewässerunganlage, welche seit Wochen außer Betrieb ist und somit einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von Staubschaden leisten würde. Zum Glück plant die Stadt jedoch bald Maßnahmen zur Lösung dieses Problems einzuleiten.

Der SV Schwafheim trat von 2016 bis 2018 in der Fußball-Landesliga an.

Zusätzlich ist zu beachten: Die bereits vor über vier Jahren festgelegten Fördermittel müssen laut Kleinekort, der als Berater im Sportausschuss von Stadt Moers tätig ist, bis zum Ende dieses Jahres vergeben und abgerechnet werden. „Wir brauchen einfach Druck, sonst rutschen wir zusammen mit dem SV Schwafheim in einen negativen Teufelskreis“, mahnt Kleinekort. Der traditionsreichere Verein steht sportlich ohnehin schon auf einem schwachen Posten. Den sechsten Platz in der Kreisliga A entspricht nicht gerade seinem Niveau. Das Team hatte zwischen 2016 und 2018 unter den Trainer Thorsten Schikofsky (aktuell bei 1. FC Lintfort) sowie Ralf Gemmer (MTV Union Hamborn), beide früher auch Teil des Trainerspiels, noch in der Landesliga gespielt. Ende der 80er Jahre, damals selbst aktiver Spieler beim Klub, war man sogar in der alten Verbandsliga; zur Zeit die viertniedrigste Spielklasse Deutschlands.

In der A-Liga sind bei den Home-Spielen normalerweise rund 150 Zuschauer anwesend. Dennoch haben Klubs innerhalb des Fußballkreises Moers wie beispielsweise der GSV Moers, der 1. FC Lintfort, der FC Neukirchen-Vluyn sowie der SV Budberg Schwafheim bereits übertroffen – vor allem aufgrund einer wesentlich besser entwickelten Infrastruktur. "Trotzdem setzen wir uns aktiv für Verbesserungen ein", betont Holger Kleinekort. So wurde zum Beispiel 2011 mit internen Ressourcen über dem Spielfeld eine Plane installiert.

Wie reagiert die Stadt Moers auf diese Situation? "Wir hatten sicherlich keine Absicht, dass es zu Verspätungen kommt und verstehen den Ärger der Bürger sehr wohl", erklärt Stadtsprecher Thorsten Schröder. "Der zentrale Grund liegt im Bereich Personal: Wir benötigen einen Sportentwicklungspersonal, dessen Einstellung bis zum Sommer geplant ist. Darüber hinaus soll auch der Zeitrahmen zur Freigabe von Fördermitteln erweitert werden. Das Projekt des kunststoffbezogenen Spielfelds in Schwafheim sollte spätestens Ende 2026 abgeschlossen sein." Vorher wird dieses Jahr jedoch eine weitere Anlage, die mit einem Aschenplatz ausgestattet ist und dem TV Kapellen gehört, bearbeitet. Daher muss sich der SV Schwafheim gedulden lassen müssen.

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